Lebendiges Wohnquartier an der Ulmer Höh'

Düsseldorfs OB stellt neues Wohnquartier in Düsseldorf vor

Mehr als 100 Jahre war die Justizvollzugsanstalt Ulmer Höh’ im Düsseldorfer Stadtteil Derendorf ein prägendes Element in der Stadtstruktur. Auf den südlichen Flächen wird ein Wohnquartier entstehen, das mit seiner Architektur die Verbindung zum lebendigen Ortszentrum Derendorf herstellt. Wie die Bebauung nach den Vorgaben des städtebaulichen Konzeptes und des vorliegenden Bebauungsplanentwurfes aussehen kann, zeigt ein Architekturwettbewerb, den die Eigentümer der südlichen Flächen, die DORNIEDEN Generalbau GmbH und die WvM Immobilien + Projektentwicklung GmbH, durchgeführt haben. Der erste Preis geht an das Architekturbüro Damrau-Kusserow aus Köln.

Die Fachjury entschied einstimmig, dass das städtebauliche Grundgerüst des Siegerentwurfs Grundlage für die weitere Entwicklung sein soll. Darüber hinaus sprach das Preisgericht die einstimmige Empfehlung aus, die beiden zweitplatzierten Kölner Büros 3pass Architekten und Molestina Architekten mit einzelnen Gebäuden auf Grundlage des ersten Preisträgers zu berücksichtigen. „Das bringt eine architektonische Vielfalt ins Quartier“, betont der renommierte Architekt Prof. Johannes Kister, der den Vorsitz der Fachjury inne hatte. Insgesamt sieben Architekturbüros wurden zum Verfahren eingeladen und präsentierten ihre Entwürfe.

Sechs Baukörper, urbaner Wohncharakter
Neben der Bebauung haben die Wettbewerbsteilnehmer auch Konzepte für die umgebenden Freiflächen entwickelt. Das städtebauliche Konzept sieht am Ende des Erschließungsstiches eine Platzsituation als Auftakt zum Innenraum des Blocks vor. Die sechs Baukörper sollen ganz im Sinne der städtebaulichen Rahmenplanung einen urbanen Wohncharakter ausstrahlen. Die Vorgabe war, dass sowohl stadträumliche als auch im Inneren ruhige und wohnliche Qualitäten entstehen.   

„Sensibler“ und „charmanter“ Siegerentwurf
Der Entwurf von Damrau Kusserow sieht Einzelbaukörper vor, die in ihrer äußeren Erscheinung ablesbar bleiben und ein „lebendiges Wohnquartier“ ermöglichen. Zwei Haustypen sollen laut Entwurf angeboten werden: der „Balkontyp“ und der „Loggiatyp“. Die Fassaden sind in verschiedenen Strukturen geputzt und in einem Farbkanon gestaltet, der das Quartier in unterschiedlichen Kombinationen bespielt. „Mit einer sensiblen, charmanten und auf die Örtlichkeit heruntergebrochenen Struktur entwickelt das Quartier einen eigenen, gut proportionierten Charakter“, erklärt Martin Dornieden, Geschäftsführer beim gleichnamigen Projektentwickler. „Der Wechsel zwischen Loggien und Balkonen verspricht ein spannendes und zugleich flexibles Architekturkonzept“, so WvM-Geschäftsführer Martin Koll. 

Errichtung einer zweigruppigen Kindertagesstätte geplant 
Das Ergebnis dieses Architekturwettbewerbes wird nun in die laufende Bebauungsplanung mit eingearbeitet. Mit Aufstellung des Bebauungsplanes 01/010 „Ulmer Höh’ – Südteil“ soll Baurecht für rund 180 bis 200 Wohneinheiten geschaffen werden. 20 Prozent der Wohnungen sollen gemäß Handlungskonzept im geförderten Wohnungsbau entstehen und 20 Prozent im preisgedämpften Wohnungsbau. Außerdem ist die Errichtung einer zweigruppigen Kindertagesstätte geplant. Im Frühjahr 2017 wird der Beschluss zur Offenlage des Bebauungsplanes angestrebt, so dass ein Baubeginn bereits Ende 2017 erfolgen könnte. Die Fertigstellung der ersten Einheiten wäre dann im Herbst 2019 möglich. 

Weitere Infos zum Standort / Projekt
Nach Verlagerung der Justizvollzugsanstalt von Düsseldorf nach Ratingen im Februar 2012 wurde ein städtebaulicher Wettbewerb zur Neuordnung der Flächen durchgeführt. Den ersten Preis erhielt das niederländische Architekturbüro BDP Khandekar. Im Juni 2014 fand auf Grundlage des überarbeiteten Masterplans die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung statt. Ende 2014 wurden die Liegenschaften an die Ulmer Höh GmbH (Gesellschafter: DORNIEDEN Generalbau und WvM Immobilien + Projektentwicklung GmbH) verkauft. Eine gemeinsame Entwicklung des gesamten Plangebietes zusammen mit der BLB NRW ließ sich nicht realisieren. Daher wird es keine zeitgleiche Entwicklung des Projektes mit dem BLB NRW und dem neuen Eigentümer der beiden südlichen Grundstücke geben.

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